Zum Gedenken an Fritz Abelein – 30 Jahre danach

GedenktafelAbelein05

Diese Tafel hatte Fritz Abelein im Jahre 1980 am Rande des Verlängerten Sommerkellerfußweges angebracht – als Freund der Natur und als Hommage an den Gesang der Vogelwelt.

Am 28.August 1988 kam Fritz Abelein bei einem verheerenden Unglück einer Flugschau in Ramstein ums Leben. Insgesamt waren 70 Tote zu beklagen.

Zeit – und Augenzeuge Werner Metzger aus Haundorf berichtet:

„Fritz Abelein, Willi Groß und Wilhelm Haag fuhren zusammen in Abeleins PkW nach Ramstein. Mein Sohn Martin Metzger und ich fuhren aus Platzgründen mit dem Bus, auf dem Ausstellungsgelände wollten wir uns treffen. Fritz Abelein stand gegen seine Gewohnheiten diesmal nicht am Startplatz (er besuchte die Flugschau schon 20 Mal), sondern ca. auf der Höhe der Flugfeldmitte.

Dann geschah das unfassbare schreckliche Unglück. Beim dem letzten Programm und Höhepunkt, die Flugschau einer italienischen Düsenjet Staffel Frecce Tricolori, Flugfigur „Durchstoßenes Herz“, kam es zum Unglück. Ein Pilot sollte gegen die anderen Jets anfliegen, unten durch und dann in die Höhe durch das von den 9 anderen Jets am Himmel gezeichnete Herz durchstoßen.
Ich sah zugleich, das kann nicht passen, da wird es zu eng für die aufeinander zu fliegenden Jets. So war es, das eine Flugzeug kollidierte mit dem nächsten und riss einen dritten Jetpiloten mit in den Tod.

Eine hohe Stichflamme trat aus, Wrackteile flogen umher und eine große Wolke heißen Kerosins ergoss sich auf die in Panik geratenen Zuschauer. Alle liefen kreuz und quer chaotisch durchs Gelände. Sofort waren Sanitäter vor Ort, Hubschrauber flogen Schwerverletzte in die umliegenden Krankenhäuser.

An einem Sammelplatz trafen wir unsere Freunde nicht an, wir warteten sehr lange und konnten dann im Ungewissen geblieben, die Fahrt in einem Bus aus Crailsheim nach Hause antreten.

Montags teilte die Kripo aus Neustadt/Aich den Tod von Fritz Abelein mit. Am Dienstag fuhren wir nach Ramstein zurück und konnten unseren toten Freund Fritz identifizieren. Er ist wahrscheinlich von einem herumfliegenden Wrackteil erschlagen worden.Wäre ich bei ihm gestanden, wäre ich nicht mehr am Leben.
Donnerstags holten wir unseren toten Freund nach Unterampfrach zurück.“

 

Auf einem Gedenkstein in Ramstein sind die Namen der 70 Toten aufgeführt, Fritz Abelein steht an erster Stelle. Zur Verarbeitung des Geschehens treffen sich die Angehörigen und Freunde der Toten und legen am Gedenkstein sowie auf der Absturzstelle Blumengebinde nieder.

Viele Angehörige sind nie mit diesem schrecklichen Unglück fertig geworden.

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