Aus der Kirchweihgeschichte von Unterampfrach

Aus der Kirchweihgeschichte von Unterampfrach

Schon seit dem 4. Jahrhundert n.Chr. wurde ein Gedenktag des Kirchenpatrons und des Weihetages der Kirche allgemein in den kirchlichen Gemeinden eingeführt.

Wann die erste Kirchweih in Unterampfrach gefeiert wurde, ist nicht bekannt, aber sie war das Hauptfest im dörflichen Jahresablauf.

In Unterampfrach wurde die Kirchweih am Pfingstmontag gefeiert. Alle profanen Tätigkeiten wie Tanz und Wirtschaftsbetrieb wurden deswegen am Pfingstmontag betrieben, weil der gottesdienstliche Teil der Kirchweih somit unterstrichen wurde. Somit sollte der Kirchweihsonntag auch nicht durch törichte Handlungen entweiht werden.

„Im Gegensatz zur Haundorfer Kirchweih, wo es sogar Tote gab, verliefen die Kirchweih in Unter – und Oberampfrach verhältnismäßig ruhig, abgesehen von Zänkereien und Schlagen.

In diesen Fällen musste das Vogtegericht tätig werden.

Zu den Rechten der Vogteiherrschaft galt ein Friedgebot, Gestattung der Musik, des öffentlichen Tanzes, wobei der erste Tanz der Herrschaft vorbehalten war, sowie Verleihung der Erlaubnis für Kramstände (z.B. Kleider, Werkzeuge, Krämerware, usw.) und Glücksspiele.

Es gab auch einen sog. Kirchweihschutz, der für Sicherheit und Ordnung an den Kirchweihtagen sorgen sollte.
In der Seinsheimerischen Zeit begab sich der Amtsvogt an Herrschaftsstatt zum Unterampfracher Festplatz, nähe der Kirche, mit dem Amtsknecht und Bewaffneten und rief in feierlicher Form den Kirchweihschutz (Friedgebot) aus, das jedem Friedensbrecher eine schwere Strafe androhte.

In den späteren Jahren wurde das Friedgebot von den jeweiligen Schultheißen verlesen.
Der Amtsknecht eröffnete den ersten Tanz, erst dann galt die Kirchweih mit Spiel und Tanz als eröffnet.
Als Zeitpunkt für diesen Kirchweihbrauch wird im Buch von Willi Hörber die Zeit um 1581 genannt.

Als die Markgrafschaft Ansbach (Markgraf Georg Friedrich) 1791 an Preußen überging, fiel die altrechtliche Institution des Kirchweihschutzes als „mittelalterliches Relikt“ der preußischen Neuorganisation der Gerichtsbarkeit und Verwaltung zum Opfer.
Wir freuen uns heute auf eine schöne und erlebnisreiche Kirchweih an Pfingsten mit tollen Höhepunkten.

Quelle: Buch Willi Hörber und Google
Autor: H.-Peter Scheurer
Bilder: Gerhard Meier

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s