Rede am Volkstrauertag 2018

Die Toten verpflichten die Lebenden!  –  Mortui viventes obligant!

Jedes Jahr in der dunklen Jahreszeit, wenn die Tage kürzer, die Nächte länger werden und Nebelwetter sich wie ein Mantel um uns legt, erinnern wir uns am Volkstrauertag an die Toten, die durch die Weltkriege und deren Auswirkungen den Tod erleiden mussten.

Diese Kriege wurden von Völkern, oder genauer von Staaten und ihren Regierungen gegeneinander geführt. Wir wollen und sollen diese Toten ehren, die sehr oft nicht freiwillig das Opfer ihres Lebens gebracht haben.

Was sie gedacht oder gefühlt haben, was sie bewegt und motiviert hat, wissen wir meistens nicht. Unser Gedenken ehrt vielmehr das Leid, das Unglück, das sie tragen mussten, … ja das Opfer selbst in seiner Würde.

100 Jahre ist es genau her, dass am 11. November 1918 infolge der Unterzeichnung des Waffenstillstandvertrages an allen Fronten die Feindseligkeiten eingestellt wurden. Viele Berichte und Gedenkfeiern konnten wir uns dazu in den vergangenen Tagen im Fernsehen und in den Printmedien dazu anschauen.

Ein Soldat notierte in sein Tagebuch:

Der Tod kam als Ingenieur –  mit Maschinengewehren,  Flammenwerfern, Tanks, Ferngeschützen monströser Kaliber, U-Booten, Zeppelinen, Flugzeugen und Giftgas.

10 Millionen Menschen fielen,  etwa 20 Millionen wurden verwundet. Gelitten und gestorben wurde aber nicht nur an der Front. Auch unter der Zivilbevölkerung forderten die Kriegsjahre unermessliche Opfer: als Folge von Krieg, Besatzung, Hungerblockade und Vertreibungen. – vorsichtig geschätzt auf 7 Millionen.

Die Toten verpflichten die Lebenden

Kriege sind keine Naturkatastrophen. Sie brechen nicht aus, sie werden gemacht.

Durch Feindbilder, autoritäre Denkmuster und verbreitete Propaganda.

Von besonderer Bedeutung ist daher eine friedenspädagogische Arbeit jedes einzelnen von uns mit dem Ziel gerade junge Menschen zu Friedensliebe und Völkerverständigung zu ermuntern.

Jörg Raab.

Erinnerung darf nicht nur ein Blick zurück sein.
Erinnerung ist zugleich der Auftrag an uns alle, Gegenwart und Zukunft friedvoll zu gestalten.

In diesem Sinne und in stillem Gedenken lege ich im Auftrag der Gemeinde Schnelldorf diesen Kranz hier nieder.

 

18.11.2018, Rede von Wilhelm Hintermeier

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